Oct-28-2009

UFC 104 Ergebnisse

Von Jan Großöhmigen

Welcher Kämpfer ist nach UFC 104 weiterhin unbesiegt – Lyoto Machida, Cain Velasquez oder Ryan Bader? Am kommenden Samstag zeigt das DSF



UFC 106 Official Event Program

die Veranstaltung ab 23 Uhr, doch wer nicht so lange warten will, findet hier alle wesentlichen Informationen zu UFC 104 aus Los Angeles, Kalifornien.

Er kam noch einmal mit einem einstimmigen Punktsieg davon, doch Lyoto Machidas Aura der Unantastbarkeit nahm am vergangenen Samstag bei UFC 104 gehörigen Schaden. Vor seiner Titelverteidigung gegen Mauricio „Shogun“ Rua hatte Machida keine einzige Runde in der UFC verloren, geschweige denn einen Kampf. Nach 25 dramatischen Minuten schien es jedoch, als würde sein Herausforderer das Staples Center in Los Angeles mit dem Halbschwergewichtsgürtel im Gepäck verlassen.

Kein anderer Kämpfer konnte Machida bislang so stark zusetzen, wie es sein brasilianischer Landsmann Shogun tat. Der Sieger des PRIDE Grand Prix von 2005 reduzierte seine gewohnte Aggressivität größtenteils auf ein Minimum und verhielt sich stattdessen wie der Halbschwergewichtschampion: ruhig und berechnend. Shoguns Strategie ging in allen fünf Runden auf: Harte Kicks zum Körper und den Beinen schränkten die Mobilität und Spritzigkeit des sonst so leichtfüßigen Machida erheblich ein, der zudem Probleme hatte, sein Timing und seinen Rhythmus zu finden.

Machida konterte einige Male mit Kniestößen und Schlagkombinationen und auch wenn Shogun in den ersten drei Runden kaum Treffer zum Kopf landen konnte, so würden seine Attacken zum Körper dennoch einen Eindruck bei den Punktrichtern hinterlassen. Möchte man meinen. Die drei Offiziellen werteten den Kampf jedoch zum Unmut des Publikums mit 48:47 für Machida, der somit auch nach seinem 16. Auftritt weiterhin unbesiegt ist.

Alles, was dem entsetzten und schwer enttäuschten Shogun am Ende blieb, war die Erkenntnis für den baldmöglichst geplanten Rückkampf, dass Machida kein Karate-Roboter ist, sondern ein Mensch. Ein schlagbarer Mensch.

Cain Velasquez bewies mit einem dominanten Sieg über den debütierenden Ben Rothwell, dass der große Hype um seine Person durchaus gerechtfertigt ist. Die Erfahrung aus 36 Kämpfen nützte Rothwell nicht viel, als ihn das Nachwuchstalent wie eine Puppe durch das Octagon schleuderte. Mehr als Kampfgeist und Nehmerqualitäten konnte Rothwell seinem kleineren und leichteren Gegner nicht entgegensetzen. Velasquez schlug auf dem Boden unentwegt auf ihn ein und doch fand Rothwell in der ersten Runde immer aufs Neue einen Weg, sich zu befreien und aufzustehen – nur, um sofort wieder auf die Matte verfrachtet zu werden.

Der Ringrichter teilte Rothwell zu Beginn des zweiten Durchgangs mit, dass er sich das Ganze nicht mehr lange anschauen wird. Und so kam es auch. Velasquez presste Rothwell nach einer halben Minute gegen den Käfig und deckte ihn abermals mit Schlägen ein. Der Ringrichter ging sofort dazwischen, um Rothwell vor Schlimmerem zu bewahren. Velasquez, der nach sieben Kämpfen noch immer ungeschlagen ist, empfahl sich mit diesem souveränen Sieg für höhere Aufgaben. Die Spitze der Schwergewichtsklasse ist für ihn in greifbare Nähe gerückt.

Gleison Tibau sicherte sich nach drei Runden einen klaren einstimmigen Punktsieg über den beherzt kämpfenden Josh Neer, der den Kampf kurzfristig angenommen hatte. Neer wusste sich kaum gegen die heftigen Takedowns des Brasilianers zu verteidigen. Ein ums andere Male krachte er mit dem Rücken auf die Matte. Wenn die Auseinandersetzung im Stand stattfand, hatte Neer die leichten Vorteile, doch sobald Tibau auch nur annähernd in Bedrängnis kam, verlagerte er das Geschehen wieder auf den Boden. Dort versuchte er, Neer zu kontrollieren, was ihm auch über weite Strecken des Kampfes gelang.

Joe Stevenson verfiel im Duell gegen Spencer Fisher in der ersten Runde trotz der Unterstützung durch Meistertrainer Greg Jackson wieder in alte Muster und versuchte sich gegen den schlagstarken „King“ als Boxer – mit mäßigem Erfolg. In Runde zwei konzentrierte sich Stevenson wieder mehr auf seine ringerischen Fähigkeiten und brachte Fisher zu Boden. Er erarbeitete sich für kurze Zeit die Mountposition, aber Fisher verteidigte sich zunächst. Stevenson ging in die Kruzifixposition über und deckte ihn mit üblen Ellenbogenschlägen ein. Fisher war dagegen wehrlos und gab nach einigen harten Treffern auf.

Anthony Johnson, der beim offiziellen Wiegen einige Pfund zu viel auf die Waage brachte, entschädigte seine Fans für dieses Fehlverhalten mit einem schnellen und ungefährdeten Sieg über Yoshiyuki Yoshida. Der Japaner lief direkt in die kräftigen Schlagkombinationen von Johnson und wurde bereits nach 41 Sekunden vom Ringrichter in Folge eines Niederschlags aus dem Kampf genommen.

Der Sieger von The Ultimate Fighter 8, Ryan Bader, behielt auch bei UFC 104 seine weiße Weste. In der ersten Runde ließ er Eric Schafer nicht den Hauch einer Chance. Bader traf ihn mehrfach im Stand und schlug ihn anschließend mit einer wuchtigen Rechten nieder. Auf dem Boden setzte er seine Schlagsalve fort, doch irgendwie schaffte es Schafer, zu überleben. Die zweite Runde gehörte überraschend Schafer, der im Stand einige Treffer landen konnte. Es schien, als hätte Bader sein gesamtes Pulver bei dem Versuch, Schafer frühzeitig abzufertigen, bereits verschossen. In der dritten Runde drückte Bader aber noch einmal aufs Tempo und bekam als Belohnung den einstimmigen Punktsieg zugesprochen. Damit erhöhte er seine Kampfbilanz auf 10-0.

Im Duell zweier ehemaliger Trainingspartner zeigte Pat Barry dem Holländer Antoni Hardonk dessen Grenzen im Stand auf. Die beiden Schwergewichte sind exzellente Kickboxer und tauschten von Beginn an deftige Lowkicks aus. Der blitzschnelle Jab von Barry fand dann in der zweiten Runde immer häufiger sein Ziel mitten in Hardonks Gesicht. Wenig später fällte er Hardonk mit einer Geraden und schickte Hardonk mit einem Schlag schlafen, wasden Ringrichter zum Kampfabbruch bewegte.

Chael Sonnen besiegte den Japaner Yushin Okami einstimmig nach Punkten. Die überlegenen ringerischen Fähigkeiten von Sonnen, insbesondere im Clinch, machten in diesem Kampf den Unterschied aus. Jorge Rivera widerlegte wieder einmal seine Zweifler, indem er den favorisierten Rob Kimmons in der dritten Runde durch TKO schlug.

Kyle Kingsbury, ein Teilnehmer von The Ultimate Fighter 8, holte sich eine geteilte Punktrichterentscheidung gegen Razak Al-Hassan. Und der junge Holländer Stefan Struve zwang den debütierenden Chase Gormley in der ersten Runde mit einem Triangle Choke zur Aufgabe.

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