Oct-20-2009
Cain Velasquez auf dem Weg zum Titelkampf
Von Jan Großöhmigen
Die Chance war zum Greifen nahe. Ein Sieg über den ebenfalls
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UFC 106 Official Event Program
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ungeschlagenen Shane Carwin und Cain Velasquez hätte um den Schwergewichtstitel kämpfen dürfen. Doch dann warf die UFC ihre Pläne um. Carwin erhielt direkt den Titelkampf gegen Champion Brock Lesnar und Velasquez muss nun am 24. Oktober bei UFC 104 gegen Ben Rothwell ran. Ein erfahrener und unangenehmer Gegner, der in der Schwergewichtsklasse für viel Furore sorgen will.
„Anfangs war ich etwas enttäuscht, als ich erfuhr, dass ich nicht gegen Carwin kämpfe“, erzählt Velasquez. „Aber man darf sich nicht zu lange damit aufhalten. Man darf nicht sagen: ‚Oh, wenn ich diesen Kampf bestritten hätte, dann hätte dieses oder jenes passieren können.’ Nachdem ich erfuhr, dass sie mir Ben vorsetzen werden, dachte ich nur noch an ihn. Ich darf ihn nicht unterschätzen. Für mich geht es nur darum, den Kampf zu gewinnen und was auch immer danach für mich ansteht, das werde ich anpacken.“
„Was auch immer“ könnte durchaus der begehrte Titelkampf sein. Könnte, denn Spitzenkämpfer wie Antonio Rodrigo Nogueira und Junior dos Santos haben in dieser Angelegenheit noch ein großes Wörtchen mitzureden. Zweifelsohne ist Rothwell der stärkste Gegner, gegen den Velasquez in seiner kurzen Karriere antreten musste. Der 1,96 Meter große Hüne gewann 30 seiner 36 Kämpfe, davon 28 vorzeitig in der ersten oder zweiten Runde. Eine schwere Bewährungsprobe. Das sieht auch Velasquez so:
„Er ist ein kräftiger Typ, ein großer Typ und er bewegt sich sehr gut“, sagt der Latino über Rothwell. „Er ist ein guter Striker und ich denke, im Vergleich zu meinen vergangenen Gegnern ist er der vielseitigste Kämpfer, dem ich mich bislang stellen musste. Er bestritt 36 Profikämpfe, also hat er viel Erfahrung.“
Velasquez hat erst sechs Kämpfe in seiner Bilanz stehen, die er allesamt gewonnen hat. Bei seinem einstimmigen Punktsieg über den Franzosen Cheick Kongo musste der 27-Jährige im Juni dieses Jahres erstmals über die vollen drei Runden gehen. Seine vorherigen Kämpfe endeten schnell durch TKO. Die Erfahrung ist also definitiv auf der Seite von Rothwell. Doch die Zeit, die sein Gegner bereits im Ring und Käfig verbracht hat, beeindruckt Velasquez nicht. Obwohl er selbst noch immer zu den aufstrebenden Newcomern zählt, kann er auf das umfangreiche Wissen und die zahlreichen Erlebnisse seiner Teamkollegen in der American Kickboxing Academy bauen.
„Ich fühle mich beim Kämpfen immer wohler“, erzählt Velasquez. „Ich glaube nicht, dass ich jemals so aufgeregt war, dass ich im Octagon keine gute Leistung zeigen konnte. Da ich weiß, wie das alles abläuft, komme ich gut mit allem zurecht. Ich denke, dass ich schon vor meinen ersten Kämpfen vieles davon mitbekam – einfach durch das Training mit Jungs, die schon so lange in der UFC sind, wie Mike Swick, Josh Koscheck und Jon Fitch. Von ihnen lernen zu können, half mir sehr, bevor ich in die UFC kam.“
Die Schwergewichtsklasse in der UFC wird momentan von Ringern dominiert – da bildet auch Velasquez keine Ausnahme. Er ist zwar nicht so groß und kräftig wie seine Konkurrenten Lesnar und Carwin, dafür jedoch bereits jetzt der Vielseitigste von ihnen. Dabei befindet er sich erst ganz am Anfang seiner Entwicklung.
„Als ich auf dem College gerungen habe, habe ich das Ringen geliebt“, erinnert sich Velasquez. „Ich liebte alles daran, aber irgendetwas fehlte – und das war das Striking. Ich wollte die Leute schlagen, als ich gerungen habe.“
Bei seinen sechs Siegen konnte er das jedes Mal machen – und nicht zu knapp. Am kommenden Samstag hat er gegen Ben Rothwell die nächste Gelegenheit dazu.
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